-
Review der mobilen Festplatte »Seagate Hybrid Drive«
(Quelle: Seagate.com)Darvin ist gut angekommen. Soweit schon beschrieben. Die Konfiguration des MacBook Pros befindet sich an der aktuellen Obergrenze der Spezifikationen — hinzu kam ein Testballon einer neuen Seagate-Technologie, die — ähnlich der Atom- vs. Naturstromdebatte — ein neues Zeitalter einläuten wird. Waren optische Laufwerke (Compact Disks) der Tod der Disketten mit Magnettechnologie, so ist der Flash-Speicher die logische Weiterentwicklung der klassischen Festplatten. Was im niedervolumigen Sektor begann, schwappt nun langsam auch in den hochkapazitären Markt.
Technologische Grundlagen
Die Vorteile liegen auf der Hand: keine beweglichen Teile reduzieren zum einen die Stoßanfälligkeit und zum zweiten die theoretische Stromlast — weiterhin ist die Schreib-/Lesegeschwindigkeit im Durchschnitt deutlich höher. Theoretisch deswegen, weil sogenannte Solid-State-Drives (SSDs — also rein Flash-basierte Speicher) aktuell noch einen recht hohen Energiebedarf haben. Apple hat mit Markteinführung des MacBook Air vor einigen Jahren das Zeitalter für Consumer-SSDs eingeläutet, zum damaligen Zeitpunkt kostete eine niedervolumige Lösung noch etwa 900€. Deren Kapazitätsexplosion und die mit der Massenentwicklung einhergehende Preisreduktion ist mittlerweile spürbar, so sind im mittelvolumigen Sektor mittlerweile recht gute SSDs für einen relativ vernünftigen Preis zu erstehen. Dennoch, im Consumer-Markt wird es noch etwas brauchen bis die Volumina, die heutige Festplatten auf Spindelbasis mit sich bringen, wirklich wettbewerbsfähig sein werden.
Seagate verhält sich ähnlich wie es Toyota im Antriebssektor von Automobilen bereits mit der Einführung der Hybridtechnologie erprobte: wenn eine Technologie noch nicht die alleinige Marktherrschaft übernommen hat, dann kombinieren wir eben klassische und innovative Errungenschaft miteinander. So ist es nur konsquent, dass Seagate einen Hybriden entwickelt, der als Brückentechnologie gelten wird: eine klassiche, hochtourige Spindelfestplatte kombiniert mit einem niedrigvolumigen Flash-Speicher. Laut Seagate lagert die intelligente Speicherverwaltung häufig gebrauchte Daten auf den Flash-Speicher aus, schnelle Zugriffe auf häufig gebrauchte Daten sind damit möglich.
Die Erfahrung
Nach zwei Tagen intensiver Nutzung im nagelneuen MacBook Pro ist die subjektive Erfahrung die folgende: im Gegensatz zu reinen SSD-Videos auf Youtube ändert sich die Bootgeschwindigkeit nicht merklich. Dies konnte ich »testen«, weil ich zunächst die von Apple standardmäßig verbaute, gleichkapazitäre und mit gleicher Spindelgeschwindigkeit versehene Platte nutzte. Ein merklicher Unterschied ergibt sich zum einen bei der häufigen Launchapp »Spotlight« — ebenso beim Programmstart von Monsterprogrammen wie Adobes Creative Suite 5. Ein gefühlter Nachteil, der auch an der für mich ungewohnt hohen Spindelgeschwindigkeit liegen mag: die Festplatte lässt das Unibody-Gehäuse merklich vibrieren. Im Vergleich zu reinen SSDs ist vor allem der Preis wettbewerbsfähig: die aktuell einzig marktreife Hybridfestplatte »Seagate Momentus XT« kostet mit einer Kapazität von 500GB, einer Spindelgeschwindigkeit von 7200U/min, soliden 32MB Cache und 4GB Flash-Speicher etwa 100€. Im Vergleich zu »normalen« Festplatten also eine Preissteigerung um etwa 50%. Ob sich das tatsächlich lohnt bleibt fraglich. Sicher hingegen ist, dass Flash-Speichern die Zukunft gehören wird und die Reise dahin nun ernsthaft beginnt.